Klimaschutz-Zertifikate

Freiwillige Kompensation von Treibhausgasemissionen

Die freiwillige "Kompensation" von Treibhausgasemissionen ist ein neues Geschäftsfeld, das zunehmend das öffentliche Interesse auf sich zieht. Der Emissionshandel und andere Klimaschutzinstrumente decken nur einen Teil der ausgestoßenen Treibhausgase ab. Emissionsquellen wie Haushalte, die Mehrheit der Klein- und mittelständischen Betriebe, Verkehr – insbesondere Flugverkehr – sowie Großveranstaltungen aller Art werden nicht oder nur unzureichend abgedeckt. Zudem ist es normalerweise nicht möglich, die eigenen Emissionen auf Null zu reduzieren. Die freiwillige Kompensation ist ein Versuch, das Prinzip des Emissionshandels auf diese Emissionen anzuwenden.
Kompensation bedeutet, eine Menge an Treibhausgasen, die ein Verursacher erzeugt hat, an einer anderen Stelle zu vermeiden, oder aber der Atmosphäre die entsprechende Menge an Treibhausgasen durch Senken zu entziehen. Für diese Kompensationsdienstleistungen hat sich eine Reihe von professionellen Anbietern am Markt etabliert. Diese bieten ihren Kunden einen Service an, bei dem sie

  • die zu kompensierende Emissionsmenge berechnen,
  • ein Kompensationsprojekt durchführen, durch das die entsprechende Menge an Emissionen reduziert bzw. der Atmosphäre die entsprechende Menge an Treibhausgasen entzogen wird, und
  • dies durch die Ausgabe eines Zertifikats oder eines anderen Nachweises an den Kunden dokumentieren.

Unternehmen, Organisationen und Regierungen machen sich dieses System vermehrt zu Nutze, um ihr Engagement für den Klimaschutz zu demonstrieren. So werden beispielsweise die gesamten Treibhausgasemissionen der Konferenz für Erneuerbare Energien im Juni 2004 in Bonn kompensiert. Das BMU und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) werden die entsprechende Menge an Emissionszertifikaten erwerben und anschließend stilllegen. Die Zertifikate stammen aus einem Small-Scale CDM-Projekt in Indien, das Großküchen mit solarthermischen Anlagen ausrüstet. Großbritannien entwickelt derzeit einen Fonds zur Kompensation der Flugemissionen der Regierung sowie der Emissionen, die durch die Tagungen im Rahmen der britischen EU- und G8-Präsidentschaften in 2005 entstanden sind.
Alle Anbieter von Kompensationslösungen messen ihre Projekte an speziellen Kriterien und lassen diese extern oder intern überprüfen. Dies gilt auch für Verifizierung und Zertifizierung der erzielten Emissionsreduktionen. Allerdings unterscheiden sich diese Kriterien zum Teil erheblich. Mehrere Anbieter führen ihre Projekte im Rahmen des offiziellen CDM-Verfahrens durch. Einige dieser Projekte entsprechen zusätzlich dem auf Initiative des World Wide Fund for Nature (WWF) von einem internationalen Expertenkreis entwickelten CDM Gold Standard. Dabei handelt es sich um ein Set von Qualitätskriterien, das die Kriterien des CDM um zusätzliche Kriterien zur Überprüfung der Zusätzlichkeit sowie des Nachhaltigkeitsnutzens eines Projekts erweitert. Andere Anbieter wiederum prüfen ihre Projekte an Hand selbst entwickelter Kriterien. Diese sind häufig an die CDM-Standards angelehnt, allerdings oft vereinfacht und auf bestimmte Projekttypen zugeschnitten. Um im Bereich der Kriterien und ihrer Überprüfung eine größere Transparenz und Standardisierung zu erreichen, hat die Organisation des CDM Gold Standard inzwischen einen eigenständigen Standard für Projekte im Bereich der freiwilligen Kompensation geschaffen. Ein weiterer Standard wird derzeit entwickelt von der International Emissions Trading Association, dem internationalen Interessensverband der am Emissionshandel interessierten Unternehmen, zusammen mit The Climate Group, einem Zusammenschluss von Unternehmen und Regierungen, die Klimaschutz befördern wollen.

 

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

 

 

 

Zusammenfassung

Die freiwillige "Kompensation" von Treibhausgasemissionen ist ein neues Geschäftsfeld, das zunehmend das öffentliche Interesse auf sich zieht. Der Emissionshandel und andere Klimaschutzinstrumente decken nur einen Teil der ausgestoßenen Treibhausgase ab. Emissionsquellen wie Haushalte, die Mehrheit der Klein- und mittelständischen Betriebe, Verkehr – insbesondere Flugverkehr – sowie Großveranstaltungen aller Art werden nicht oder nur unzureichend abgedeckt. Zudem ist es normalerweise nicht möglich, die eigenen Emissionen auf Null zu reduzieren. Die freiwillige Kompensation ist ein Versuch, das Prinzip des Emissionshandels auf diese Emissionen anzuwenden.

Kompensation bedeutet, eine Menge an Treibhausgasen, die ein Verursacher erzeugt hat, an einer anderen Stelle zu vermeiden, oder aber der Atmosphäre die entsprechende Menge an Treibhausgasen durch Senken zu entziehen.

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