Vermeidung geplanter Entwaldung und ihre Klimawirkung
Pacajai REDD+ Project, Brasilien
Das Waldschutzprojekt Pacajai im brasilianischen Bundesstaat Pará verfolgt das Ziel, geplante Entwaldung in einem großflächigen Waldgebiet zu vermeiden und dadurch den langfristigen Erhalt bestehender tropischer Waldflächen sicherzustellen.
Durch den Schutz der Wälder bleibt der in Biomasse und Böden gespeicherte Kohlenstoff langfristig gebunden. Die Vermeidung geplanter Entwaldung verhindert, dass erhebliche Mengen CO₂ freigesetzt werden, die andernfalls durch Abholzung und nachfolgende Landnutzungsänderungen entstanden wären. Auf diese Weise entstehen messbare Emissionsminderungen durch den Erhalt bestehender Kohlenstoffspeicher.
Der Waldschutz erfolgt im Rahmen langfristiger Landnutzungs- und Managementkonzepte, die auf die Vermeidung von Entwaldung und die Stabilisierung der Waldflächen ausgerichtet sind. So verbindet das Projekt den Erhalt bestehender Ökosysteme mit einer klar definierten Klimawirkung und zeigt, wie Waldschutz wirksam und langfristig zum Klimaschutz beitragen kann – nachvollziehbar umgesetzt und mit messbarer Wirkung.
Technische Projektdaten – VCS981
Die wichtigsten Fakten zum Waldschutzprojekt auf einen Blick.
| Parameter | Beschreibung | Quelle |
|---|---|---|
| Projektstandort | Brasilien; Bundesstaat Pará, Gemeinde Portel (Region Pacajai) | Project Description (PD), Section 1.9 |
| Projekttyp | REDD+-Projekt zur Vermeidung geplanter Entwaldung (Avoided Planned Deforestation, APD) im AFOLU-Sektor | Project Description, Section 1.2 |
| Projektstandard | Verified Carbon Standard (VCS) | VCS Program |
| Zusatzstandard | Climate, Community & Biodiversity Standard (CCB) – Validierung beantragt | Project Description; CCB Validation Documents |
| Projektentwickler | ADPML – Associação de Desenvolvimento Sustentável dos Produtores da Margem Direita do Rio Pacajá | Project Description, Section 1.3 |
| Projektfläche | Ca. 95.000 ha tropischer Waldflächen | Project Description, Section 1.9 |
| Technologie / Ansatz | Vermeidung geplanter Entwaldung durch angepasste Landnutzungsplanung, Schutzmaßnahmen und Monitoring bestehender Waldflächen | Project Description, Sections 1.2 & 2 |
| Baseline-Szenario | Fortschreitende Entwaldung infolge genehmigter oder erwarteter Landnutzungsänderungen mit signifikanter CO₂-Freisetzung | Project Description, Section 2.3 |
| Methodologie | VM0007 – REDD Methodology Framework (REDD-MF), Avoiding Planned Deforestation | Monitoring Report, Section 2 |
| Projektbeginn | Beginn der Kreditierungsperiode gemäß Projektregistrierung (2012) | Project Description, Section 1.6 |
| Crediting Period | Mehrjährige Kreditierungsperiode gemäß VCS-Registrierung (laufend) | Monitoring Report, Section 1.7 |
| Projektstatus | Registriertes VCS-Projekt; laufender Review-Prozess | Verra Registry |
| Jährliche Emissionsminderungen | Projektspezifisch je Monitoringperiode; ausgewiesen in Monitoring- und Verifizierungsberichten | Monitoring Reports |
| Hauptwirkungsmechanismus | Vermeidung von CO₂-Emissionen durch den Erhalt bestehender Waldkohlenstoffspeicher in Biomasse und Boden | Project Description, Sections 2 & 3 |
| Monitoring & Verifizierung | Regelmäßiges Monitoring der Waldflächen mittels Fernerkundung und Feldkontrollen; unabhängige Verifizierung durch akkreditierte VVBs | Monitoring & Verification Reports |
| Zusätzlichkeit | Umsetzung der Schutzmaßnahmen wirtschaftlich durch Erlöse aus dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt ermöglicht | Project Description, Additionality Section |
| Permanenz & Risikomanagement | Absicherung der Klimawirkung über das VCS-AFOLU-Pufferkonto gemäß Risikobewertung | Non-Permanence Risk Report |
| Carbon-Credit-Rating | Kein externes, unabhängiges Carbon-Credit-Rating veröffentlicht | Verra Registry |
| Carbon credit rating type | Keine projektbezogene externe Bewertung (z. B. BeZero, Sylvera) | – |
| Artikel-6-Autorisierung (Pariser Abkommen) | Keine Autorisierung gemäß Artikel 6 ausgewiesen | Verra Registry |
| CCP-Status (ICVCM) | Keine CCP-Klassifizierung veröffentlicht | ICVCM |
| Umgang mit Doppelzählungsrisiken | Eindeutige Zuordnung und Registrierung der VCUs im VCS-Register | VCS Rules |
| Risikomanagement (AFOLU) | Systematische Bewertung von Nicht-Permanenz-Risiken (u. a. Entwaldung, Feuer, Landnutzungsänderungen) und Absicherung über das VCS-Pufferkonto | Non-Permanence Risk Report |
| Monitoring-Ansatz | Kombination aus Fernerkundung, GIS-Analysen, Stichprobenkontrollen und modellbasierter Emissionsberechnung gemäß VCS-Vorgaben | Monitoring Reports |
| Projektlaufzeit / Langfristigkeit | Langfristig angelegtes Waldschutzprojekt mit mehrjähriger Kreditierungs- und Monitoringstruktur | Project Description, Section 1.6 |
| Beitrag zur nationalen Klimastrategie | Beitrag zur Emissionsminderung im AFOLU-Sektor ohne nationale Anrechnung nach Artikel 6 | Project Description, Section 1.10 |
Was das Projekt beitragen kann
Hier fassen wir zusammen, was das Projekt tatsächlich erreichen soll und welche praktischen Veränderungen dadurch möglich werden.
- 1
Bestehende Wälder langfristig erhalten
Das Pacajai-Projekt schützt bestehende tropische Waldflächen vor geplanter Entwaldung. Dadurch bleiben großflächige, zusammenhängende Waldökosysteme erhalten, die andernfalls schrittweise umgewandelt worden wären.
- 2
Freisetzung von Kohlenstoff vermeiden
Durch die Vermeidung von Entwaldung bleibt der in Biomasse und Böden gespeicherte Kohlenstoff erhalten. Die Klimawirkung entsteht durch die Vermeidung von CO₂-Emissionen, die bei einer Umwandlung der Waldflächen freigesetzt worden wären.
- 3
Landnutzung stabilisieren
Das Projekt basiert auf angepassten Landnutzungsstrategien, die auf den Erhalt der Waldflächen ausgerichtet sind. So werden Entwaldungsrisiken reduziert, ohne neue Flächen zu erschließen.
- 4
Ökologische Funktionen sichern
Der Schutz der Wälder erhält zentrale ökologische Funktionen wie Lebensräume für zahlreiche Arten, Bodenstabilität und natürliche Regulationsprozesse im Wasserhaushalt.
- 5
Klimawirkung langfristig absichern
Die Emissionsminderungen werden durch kontinuierliches Monitoring, unabhängige Verifizierung und ein AFOLU-spezifisches Risikomanagement abgesichert. Dazu gehört auch die Absicherung über das VCS-Pufferkonto, um Nicht-Permanenz-Risiken zu adressieren.
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Globale Klimabedeutung
Vermeidung irreversibler Emissionen
Entwaldung setzt große Mengen Kohlenstoff frei, die sich über menschliche Zeiträume nicht wieder vollständig binden lassen. Durch den Schutz der Waldflächen werden Emissionen vermieden, die andernfalls dauerhaft zum globalen Treibhausgaseffekt beitragen würden.
Schutz eines stark unter Druck stehenden Waldgebiets
Der Projektstandort liegt in einer Region mit hohem Entwaldungsdruck. Der Erhalt der Waldflächen wirkt dort, wo das Risiko von Emissionen besonders hoch ist und Schutzmaßnahmen eine entsprechend große Klimarelevanz entfalten.
Erhalt klimarelevanter Landschaftsfunktionen
Großflächige Wälder beeinflussen lokale und regionale Klimaprozesse, etwa durch Verdunstung, Temperaturausgleich und Niederschlagsmuster. Der Erhalt dieser Strukturen unterstützt die Stabilität klimarelevanter Prozesse über das Projektgebiet hinaus.
Langfristige Wirkung durch gesicherte Finanzierung
Die Erlöse aus dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt ermöglichen eine dauerhafte Finanzierung von Schutz, Monitoring und Risikomanagement. Dadurch wird sichergestellt, dass die Klimawirkung nicht punktuell, sondern über viele Jahre hinweg erhalten bleibt.
Sustainable Development Goals (SDGs) - Die relevanten und die ergänzenden Beiträge
Neben der Vermeidung von Treibhausgasemissionen trägt das Pacajai-Projekt zum Erhalt bestehender Waldökosysteme, zur Sicherung ökologischer Funktionen und zur Stabilisierung großflächiger tropischer Waldlandschaften bei. Durch die Vermeidung geplanter Entwaldung bleiben zentrale Klima- und Ökosystemleistungen erhalten. Die wichtigsten Beiträge liegen bei SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) und SDG 15 (Leben an Land). Weitere Ziele werden ergänzend oder indirekt unterstützt. Einige SDGs sind als Randbeiträge einzuordnen, da sie nicht zum unmittelbaren Projektkern gehören.
Das Pacajai-Projekt trägt zum Klimaschutz bei, indem geplante Entwaldung vermieden wird. Dadurch bleiben große Mengen an Kohlenstoff, die in Biomasse und Böden gespeichert sind, langfristig gebunden und werden nicht als CO₂ in die Atmosphäre freigesetzt.
Die Klimawirkung entsteht durch die Vermeidung von Emissionen, die andernfalls durch die Umwandlung von Waldflächen entstanden wären.
Beitrag:
Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch den Erhalt bestehender Waldkohlenstoffspeicher.Durch den Schutz bestehender tropischer Wälder bleiben vielfältige Ökosysteme und ihre Funktionen erhalten. Dazu zählen unter anderem Lebensräume für zahlreiche Arten, Bodenstabilität und natürliche Regulationsprozesse in der Landschaft.
Der Erhalt zusammenhängender Waldflächen trägt zur langfristigen Stabilität und Resilienz dieser Ökosysteme bei.
Beitrag:
Erhalt und Stabilisierung bestehender Landökosysteme durch Vermeidung geplanter Entwaldung.Das Projekt schafft Beschäftigung im Rahmen von Waldschutzmaßnahmen, Monitoring, Verwaltung und Projektumsetzung. Diese Tätigkeiten unterstützen lokale wirtschaftliche Aktivitäten, ohne zusätzliche Entwaldungsanreize zu setzen.
Beitrag:
Unterstützung lokaler Beschäftigung und wirtschaftlicher Aktivitäten im Bereich Waldschutz und Projektumsetzung.Durch die Anpassung von Landnutzungs- und Bewirtschaftungsstrategien wird der langfristige Erhalt der Waldflächen priorisiert. Kurzfristige Nutzungsinteressen werden zugunsten eines nachhaltigen Umgangs mit Waldressourcen zurückgestellt.
Beitrag:
Ressourcenschonender Umgang mit Waldflächen durch langfristig ausgerichtete Landnutzungsstrategien.Der Erhalt großflächiger Waldgebiete wirkt sich positiv auf den regionalen Wasserhaushalt aus. Wälder tragen zur Regulierung von Abfluss, Versickerung und Bodenerosion bei und unterstützen damit stabile hydrologische Prozesse.
Beitrag:
Indirekte Unterstützung eines stabileren Wasserhaushalts durch den Erhalt natürlicher Waldstrukturen.Der Schutz großräumiger Waldlandschaften trägt indirekt zur Stabilisierung ländlicher Regionen bei, indem ökologische Grundlagen und langfristige Nutzungsperspektiven erhalten bleiben. Ein direkter Bezug zu urbaner Entwicklung besteht jedoch nicht.
Beitrag:
Indirekte Unterstützung stabiler ländlicher Lebensräume ohne expliziten Fokus auf Städte.Das Projekt trägt zur Etablierung langfristiger Strukturen für Waldschutz, Monitoring und Landnutzungsplanung bei. Diese Strukturen unterstützen eine nachhaltige Organisation von Waldflächen, stehen jedoch nicht im Mittelpunkt des Projekts.
Beitrag:
Beitrag zur Entwicklung langfristiger Organisations- und Monitoringstrukturen im Bereich Waldschutz.
So entsteht die CO₂-Einsparung
Wälder und Böden speichern Kohlenstoff. Wenn sie geschützt, wiederbewaldet oder besser bewirtschaftet werden, bleibt dieser Kohlenstoff erhalten und gelangt nicht als CO₂ in die Atmosphäre.
Diese vermiedenen Emissionen lassen sich erfassen und bilden die Grundlage für CO₂-Zertifikate.
Landnutzungs- und Forstprojekte verändern die Entwicklung eines Gebietes. Ohne das Projekt würden Wälder degradiert, abgeholzt oder weniger Kohlenstoff im Boden speichern. Mit dem Projekt bleibt mehr Kohlenstoff gebunden – oder es wird zusätzlicher Kohlenstoff eingelagert, etwa durch neue Bäume.
Je nach Region, Vegetation und Bodenart gibt es klare Faktoren dafür, wie viel Kohlenstoff ein Wald oder Boden im Durchschnitt speichern kann.
Für jedes Projekt wird berechnet, wie sich das Gebiet ohne die Maßnahmen entwickeln würde (Baseline) und wie viel Kohlenstoff mit den Maßnahmen tatsächlich erhalten oder zusätzlich gebunden wird. Die Differenz zeigt die vermiedenen bzw. zusätzlich gespeicherten Emissionen. Diese Werte werden geprüft und regelmäßig aktualisiert – und daraus entstehen die CO₂-Zertifikate.
Einordnung und Transparenz
Das Waldschutzprojekt Pacajai ist nach dem Verified Carbon Standard (VCS) registriert und wird regelmäßig überwacht sowie unabhängig verifiziert. Die ausgewiesenen Emissionsgutschriften beruhen auf geprüften Monitoring- und Verifizierungsberichten sowie anerkannten Methodologien zur Quantifizierung vermiedener Treibhausgasemissionen aus geplanter Entwaldung.
CO₂-Ausgleich, Rechtssicherheit und saubere Klimakommunikation
CO₂-Ausgleich steht heute unter deutlich mehr Beobachtung als früher – durch strengere Regeln, kritischere Öffentlichkeit und neue Anforderungen an Umweltclaims. Wer mit Begriffen wie CO₂-kompensiert, klimaneutral oder CO₂-neutral kommuniziert, braucht eine belastbare Grundlage: eine saubere CO₂-Bilanz und eine nachvollziehbare Dokumentation darüber, was ausgeglichen wurde – und wie.
Ein rechtssicherer Ansatz beginnt deshalb mit Messung und Systematik: Wir erstellen Ihren Corporate Carbon Footprint (CCF) und – wenn es um Produkte geht – Ihren Product Carbon Footprint (PCF) nach internationalen Standards. Daraus entsteht die Datenbasis für Nachhaltigkeitsberichte (z. B. nach VSME) und eine Kommunikation, die nicht auf Behauptungen, sondern auf prüfbaren Fakten aufbaut.
Beim CO₂-Ausgleich selbst sind drei Punkte entscheidend, um Greenwashing-Risiken zu minimieren:
- Transparente Methodik: klare Logik, was bilanziert und was ausgeglichen wird
- Qualitätsgesicherte Klimawirkung: Monitoring, Verifizierung und nachvollziehbare Dokumentation
- Saubere Claim-Logik: präzise Begriffe, keine Überversprechen, eindeutige Aussagen
So wird Kompensation nicht zum PR-Thema, sondern zu einem sauber eingeordneten Baustein im CO₂-Management – inklusive der passenden Textlogik für Website, Angebot und Reporting.